Das Bundesverteidigungsministerium und Frau Streisand

8. April 2013

Eines muss man unserer Regierung lassen: Sie handelt zuweilen weitaus eleganter als dies in früheren Jahren üblich war. Aktuelles Beispiel: Die mediale Berichterstattung über „Verschlusssachen“ zur Bundeswehr. Die hat man heute genauso ungern wie vor 50 Jahren und nach wie vor geht man dagegen vor. Nur eben nicht nicht mehr mit dem Holzhammer wie das etwa Franz-Josef Strauß seinerzeit tat. Der eine oder andere wird sich der sogenannten „Spiegel-Affäre“ erinnern, als man mal eben die Redaktionsräume des Blattes durchsuchen und den Chefredakteur in Untersuchungshaft nehmen lies.

Wie gesagt, heute geht das eleganter: Man mahnt wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung ab. Die hiervon betroffene WAZ hatte ihr zugespielte, als Verschlusssache deklarierte Berichte an den Verteidigungsausschuss auf ihrer Webseite veröffentlicht. Jetzt wurde sie vom Bundesverteidigungsministerium via Abmahnung dazu aufgefordert, diese Dokumente von der Internetseite der Zeitung zu entfernen.

Die WAZ wiederum zeigt sich renitent und kampfbereit: “Wir wollen uns nicht beugen. Die Papiere gehören allen Menschen in Deutschland, nicht dem Verteidigungsminister“, zitiert netzpolitik.org David Schravan, Leiter des Ressort Recherche der WAZ.

Und so nimmt die Geschichte ihren Weg durch’s Netz, inklusive Hinweise auf weitere Seiten im weltweiten Netz, auf denen sich die Dokumente auch noch finden lassen.

Vielleicht hätte das Bundesverteidigungsministerium vor Versendung der Abmahnung den Streisand-Effekt recherchieren sollen.

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