Kommunikationsstörung

5. Mai 2012

Auf Einladung der Kaufmännischen Schulen durfte ich am 19.04. an einer Podiumsdiskussion zum Thema „SOLLEN SOZIALE NETZWERKE WIE TWITTER UND FACEBOOK STÄRKER GENUTZT WERDEN, UM PARTEIPOLTISCHE UND PARLAMENTARISCHE ENTSCHEIDUNGEN VORZUBEREITEN?“ teilnehmen.
Zunächst diskutierten Daniel Mack (Grüne), Dr. Sascha Rabe (SPD), Dr. Rainer Piesold (FDP) und Dr. Peter Tauber (CDU) nach den Regeln von „Jugend debattiert“ zur Fragestellung und legten ihre teils doch weit auseinander liegenden Positionen dar. Wobei „diskutieren“ nicht ganz richtig ist. Faktisch beschränkte sich das Ganze auf eine reine Meinungsdarstellung, was von der aus Schülern besetzten Jury anschließend auch klar kritisiert wurde. Fairerweise muss man aber auch anmerken, dass sich eine echte Debatte schon deshalb nicht recht entwickeln konnte, weil für die vier Diskutanten nur zwei Mikrofone zur Verfügung standen
Recht schnell kristallisierten sich drei Positionen heraus. Auf der einen Seite standen die Befürworter, die die kommunikativen Möglichkeiten und die damit verbundene Rückmeldung der Menschen hervorhoben (Mack, Dr. Tauber). Dem stand die eher grundlegend ablehnende Haltung gegenüber, wonach komplexe politische Probleme generell nur in persönlichen Gesprächen sinnvoll erörtert werden könnten (Dr. Piesold). Aber auch eine Mittelposition fand sich, die diese Medien akzeptiert, zugleich aber kritisiert, dass deren Nutzung politische Arbeit behindere, wenn mehr Netzkommunikation stattfinde als dass politisch gearbeitet werde (Dr. Rabe).
Im Anschluss an eine kurze Pause sowie die Manöverkritik der Schüler wurde die Diskussion dann ins Auditorium geöffnet, nachdem man noch Daniel Best (Initiator der BI „kein Wortbruch in Hanau“), Dieter Hog (Fraktionsvorsitzender der Hanauer CDU) und mich nach vorne geholt hatte. Es entspann sich eine sehr lebhafte Diskussion mit den Schülern, die vor allem ein Unverständnis der Schüler an der ablehnenden Haltung Dr. Piesolds sozialen Netzwerken gegenüber deutlich machte. Zudem zeigte sich, dass die kommunikativen Möglichkeiten des Web 2.0 auch noch nicht allen Beteiligten bewusst geworden zu sein scheinen, da soziale Netzwerke vielfach nur als einseitige Präsentationsplattform begriffen werden.
Nachhaltig beeindruckt hat mich aber die von Schülern wiederholt geäußerte Kritik an der oft unverständlichen Sprache von Politikern („Die reden, aber ich verstehe trotzdem nicht, was sie sagen!“)
Insgesamt hat die Veranstaltung gezeigt, dass gerade junge Menschen alles andere als politikverdrossen sind. Die Aula der Schule war bis auf den letzten Platz gefüllt, viele aus dem Publikum beteiligten sich aktiv an der Diskussion. Zugleich wurde deutlich, dass es offenkundig ein Kommunikationsproblem gibt. Politiker, die der Bürger nicht versteht, scheitern letztlich an einer ihrer ureigensten Aufgaben: bestehende Probleme sowie Lösungsvorschläge zu vermitteln.
Leider hatte ich den Eindruck, dass dies nicht bei allen Beteiligten wirklich angekommen ist. Möglicherweise ist die Kommunikation in beide Richtungen gestört.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: